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Vorsicht bei der Fütterung von Seidenraupen!

1. Juni 2018

Viele Koiliebhaber erhoffen sich durch die Fütterung von Seidenraupen ihre Koi handzahm zu bekommen.

Das funktioniert in den meisten Fällen ganz gut. Auch wenn Koi Seidenraupen sehr gerne fressen sollte man mit der Fütterung trotzdem vorsichtig sein und es keinesfalls übertreiben. Hier kommt es neben der Menge der Seidenraupen vor allem auf die Wassertemperatur und den pH-Wert des Teichwassers an.

Seidenraupen enthalten viel Eiweiß (ca. 60%). Dieser Eiweißgehalt ist deutlich höher als wir es in herkömmlichem Koifutter finden können. Nach der Aufnahme der Seidenraupen wird das Eiweiß im Eiweißstoffwechsel in Ammonium abgebaut und über die Kiemen abgegeben. Wie uns allen bekannt ist, entsteht aus Ammonium pH- und temperaturabhängig giftiges Ammoniak.

Frisst nun ein Koi in kurzer Zeit etwas mehr Seidenraupen entstehen auch in kurzer Zeit (temperatur- und pH-abhängig) „viel“ Ammonium/Ammoniak und deren Abbauprodukte (Nitrit, Nitrat). Je höher der pH-Wert und die Wassertemperatur des Teichwassers in diesem Moment sind, desto mehr Ammoniak entsteht und desto schädlicher ist dies für den Koi bzw. den Bestand. Vor allem an den Kiemen können Reizungen bis hin zu massiven Gewebeschädigungen auftreten.

Wie bei vielen Dingen macht auch hier die Dosis das Gift.

Im beigefügten Video seht Ihr ein Koiweibchen einer meiner Kunden. Nach der Fütterung von Seidenraupen zeigte das Tier plötzlich seit 3 Tagen eine erhöhte Atemfrequenz. Die Kiemen des Koi waren deutlich geschwollen und belegt. Parasiten konnten keine nachgewiesen werden. Bereits im letzten Jahr zeigte das Tier nach der Fütterung von Seidenraupen eine ähnliche Symptomatik. Nach einer Futterpause und wenigen Salzbädern geht es dem Koi heute zum Glück deutlich besser.

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