Koi Koi Story

Die ersten eigenen Erfahrungen in der Koi-Branche

9. Januar 2018

Der Bau des Koiteiches hatte es mir schonungslos gezeigt,  Hobby hat mit normalen Industrieunternehmen nicht viel gemeinsam. Es wird viel ausprobiert und wenn eine Idee funktioniert, dann wird sie vermarktet. Großhändler etablieren sich und versuchen aus anderen Branchen Artikel marktreif für den Koimarkt zu machen. Aber eines haben alle sehr schnell gelernt:

„Koi sind teuer, deshalb muss alles was mit Koi zu tun hat, teuer sein.“

Wie pervers  kann denn nur eine solche Einstellung sein, aber so waren die Anfänge der Koibranche.

In meinem Teich mussten nun auch einige Fische schwimmen und so vertiefte sich das Verhältnis zwischen meinem Teichbauer und Koi-Lieferanten. Er konnte viel erzählen, einiges kannte ich aus eigener Erfahrung aus Japan, es hörte sich alles sehr gut an. Seine Ideen konnte er schlicht und einfach nicht verwirklichen, er hatte kein Geld. Kein Geld um vernünftig einzukaufen, kein Geld um eine ordentliche Anlage zu bauen, aber auf einmal hatte er einen Dummen gefunden, der das alles finanzieren konnte.

So wurde 1996 eine gemeinsame Firma gegründet, eine Anlage gebaut, jede Menge Fische importiert, es fehlte dann nur noch eines zum glücklich sein, mein Partner hatte keine Kunden. Blauäugig bin ich zum damaligen Zeitpunkt in etwas hineingestolpert, was man bei einer vernünftigen Analyse nie und nimmer gemacht hätte. Aber was ist bei einem Hobby schon normal.

Mit einem Male wurde mir sehr schmerzhaft vor Augen geführt, was es heißt, mit Lebewesen und ganz speziell mit Fischen zu handeln. Geht es einem Fisch nicht gut, dann kann es sehr schnell passieren, dass der gesamte Bestand Schaden nimmt. Weil dann auch kein Geld für Ärzte hatte, wurde viel experimentiert, das Ergebnis war sehr eindeutig, die meisten dieser Fische endeten qualvoll.

Das kann es doch nicht sein, mein Ehrgeiz wurde erweckt. Mein investiertes Geld musste ja irgendwann einmal zurückfließen, aber mit welchem Konzept. Ob ich nun Kopierer oder Fische verkaufe, das ist für mich gleich. Wo sind die Kunden für diese Fische, je kleiner die Tiere, umso mehr Wiederverkäufer sind dafür zu finden, war meine Logik. Diese Logik ging auf. Es wurden kleine Tosai importiert und den Händlern ca. 100 km um Frankfurt angeboten. Siehe da, der Markt war da, die Aufträge kamen. Ich kümmerte mich um den Verkauf, mein Partner um die Hälterung und alles was dazugehört. Nebenbei wurde mein Hobbyraum zum Büro umgebaut und in meine Einliegerwohnung sammelte sich fleißig Material. Denn, so ganz nebenbei hatte ich begonnen, in meiner Freizeit Hardware, für Koiteiche zu vermarkten.

Sehr bald musste ich aber endgültig erkennen, dass mein Partner nicht der Geschäftsmann war, mit dem man langfristig zusammenarbeiten konnte. Die Beschwerden der Kunden nahmen rapide zu, Fische starben wieder in Mengen, es wurde Zeit zu handeln.

So wurde Ende 1997 die gemeinsame Arbeit eingestellt. Das eingesetzte Kapital war verloren und ich persönlich hatte die Nase voll vom Koigeschäft. Ich wollte nicht weiter Teil eines Marktes sein, in dem jeder alles machen kann, was er will, in dem es  keinen Anstand gibt und keine Regel, die man einhalten muss.

So ist mein damaliger „Geschäftspartner“ noch heute in der Branche tätig, seine Grundeinstellung hat sich nicht geändert und er ist immer noch in der Lage, Mitmenschen zu finden, denen er mit seiner Art und Weise, das Geld aus der Tasche zieht.

Der geplante Abschied aus dem Koibusiness war eine beschlossene Sache, doch es sollte sehr schnell anders kommen. Die wenigen Materialkunden, die ich schon gewinnen konnte, redeten mir zu, doch weiter zu machen. Ich habe mir zum damaligen Zeitpunkt die Entscheidung nicht leicht gemacht, mache ich weiter, oder höre ich ganz auf.

Höre ich auf, dann wird sich in dieser Branche nichts änderen, mache ich weiter, dann muss in der Koibranche aber einiges anders werden.

Nach sehr reiflichen Überlegungen habe ich mich dann entschlossen weiterzumachen, denn

Ich hatte einen Traum – das Kellerkind war geboren

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